Ich hab anscheinend bei der Verteilung der Arschkarten
ganz laut HIER geschrien.
Die Blutabnahme am Montag war ja nicht so dolle und der
Wert, der mir donnerstags abgenommen wurde, stieg auch nur so minimal. Freitags
war dann der zweite Ultraschall. Meine Mam war wieder mitgekommen und Schatz
kam noch nach. Tja und auf dem Ultraschall waren wieder nur die Fruchthülle und
der Dottersack zu sehen. Ich war bedient, wobei ich seit dem ersten Ultraschall
gar keinen Bezug mehr zu meiner „Schwangerschaft“ hatte. Ich war nicht traurig,
ich war sauer. Kletterte vom Stuhl, sah meine Mam an und meinte nur „Was hab
ich verbrochen, hatte ich nicht schon genug Scheiße? Reicht es nicht langsam
mal???“, die Ärztin war aber total lieb. Es tat ihr auch sehr leid, sie hatte
sich so sehr für uns gefreut. Ich bekam dann eine Überweisung für’s Krankenhaus
und Krankenschein bis 08.03.2015. Danach fuhr ich mit Schatz in den Nachbarort zu
meiner Arbeitsstelle, um kurz zu erklären, dass ich ins Krankenhaus musste,
meine Kollegin und meine 2. Vorgesetzte haben das super aufgenommen und mir
alles Gute gewünscht. Danach direkt ins Krankenhaus, alle Voruntersuchungen
abgeschlossen und Termin für Montag geholt. Der HCG Wert wurde noch bestimmt
und ich wurde später angerufen, der Wert stieg zwar, aber laut der Ärztin war
es „nicht Fisch nicht Fleisch“.
Am Wochenende haben wir versucht, zu entspannen. Ich
hatte in mein Mami-Buch notiert, dass mein „Baby“ nicht wachsen wollte und es
zu einer Ausschabung kommt und dann hab ich alles in eine Kiste gepackt und aus
meinen Augen weg. Geweint habe ich nicht, aber viel nachgedacht. Warum weshalb
wieso, aber darauf bekommt man keine Antwort. Schatz hat alles getan, um mich
auf gute Gedanken zu bringen, er wollte mich nicht unglücklich sehen. Wenn er
auch traurig war, war er derjenige, der die positiven Gedanken hatte und direkt
sagte „Kein Problem, wir machen neu!“.
Montag morgen um 7:00 Uhr musste ich im Krankenhaus sein.
Bekam direkt mein Zimmer und meine sexy Operationskleidung. Diese musste ich
aber zum Glück noch nicht anziehen. Um 8:00 Uhr wurde noch einmal Blut abgenommen
und den Wert bekam ich um 9:30 Uhr. Der Wert war weiter angestiegen und ich
sollte zur Kontrolle noch einmal einen Ultraschall machen lassen. Beim
Ultraschall schauten Schwester, Ärztin UND Oberarzt auf den Bildschirm und der
Oberarzt drehte und machte und tat und meinte dann „Irgendwas ist da, was
genau, kann ich nicht sagen. Ich will ihnen auch keine großen Hoffnungen
machen, aber vorerst schaben wir nicht aus!“, so gingen wir mit gemischten
Gefühlen nach 4 Stunden wieder nachhause. Ich sollte dann Mittwoch
wiederkommen.
Mittwoch morgen das gleiche Prozedere. 7:00 Uhr auf
Station, aber erst einmal ne Stunde im Warteraum. Um 8:00 Uhr kam ich in ein
anderes Zimmer auf der Urologie, quasi zwischengeparkt. Da wurde dann nochmal
Blut abgenommen. Den Wert bekam ich dann wieder gegen 9:30 Uhr. Leider sank der
Wert nun, langsam, aber er sank. Also bekam ich meine Operationskleidung,
Wolke-7-Tabletten und das Vaginalzäpfchen. Das Zäpfchen sorgte dafür, dass
alles weich wird, sich die Gebärmutter zusammenzieht und sich die Frucht
eventuell schon etwas löst und sich der Muttermund öffnet. Das dient dazu, dass
das Verletzungsrisiko minimiert wird und die da nicht mit „Gewalt“ reinmüssen. Davor
hatte ich leicht Schiss, da man mir freitags bei der Voruntersuchung schon
sagte, dass das Schmerzen verursachen kann. Von einer lieben Mithibblerin
erfuhr ich dann aber, dass es nicht schlimmer als Mensschmerzen sei. So war es
dann auch. Da ich eh sehr schmerzunempfindlich bin, war es auszuhalten. Nur die
4 Stunden, die es einwirken sollte, haben sich gezogen wie Kaugummi. Um 13:15
Uhr kam dann mein George O’Malley und schob mich zu meiner OP. Die
Wolke-7-Tablette hab ich weggelassen, ich hasse es, wenn ich vorher schon so
benebelt bin und nichts mehr mitkriege. Vor dem OP-Raum wurde ich dann nach
Name und Geburtsdatum gefragt, das hätte ich mit der Döse-Tablette gar nicht
mehr auf die Reihe gekriegt. Dann musste ich auf die harte Bahre klettern und
wurde festgeschnallt (Bauchgurt) und zugedeckt und in den Vorbereitungsraum
gefahren. Tausend Schläuche und Piepgeräusche und ich ohne Brille halbblind.
Aber die Uhr an der Wand war groß genug. Nach 5 min kamen zwei Typen rein. Ein
Inder und einer mit Tunneln in den Ohren. Beide voll lustig. Das hat mir meine
Angst etwas genommen. Während der Inder versuchte, mir die Injektionsnadel in
den Handrücken zu stechen, hat der Tunnelmann mir die ganzen Piepknöppe auf
meinen Oberkörper geklebt. Von der Narkose hab ich diesmal gar nichts
mitgekriegt. Ich bekam die Maske auf den Mund und verspürte Druck im
Handrücken. Es passierte aber nichts. Maske wieder weg, wieder ein-, zweimal
Druck im Handrücken und Maske wieder auf. Während ich noch so denke „Man da
passiert ja nichts“ (bei der letzten Narkose merkte ich, wie ich plötzlich
schläfrig wurde und dann weg war), merke ich im nächsten Moment, wie ich wieder
vom Aufwachraum in mein Zimmer gefahren werde und denke „Boah, fertig,
geschafft. Du bist wach und es ist vorbei“, und merke, wie mir die Tränen hinunterlaufen.
Das war laut meiner Mam um 14:50 Uhr. Ging also alles relativ fix. Ich war auch
relativ schnell wieder beisammen, hatte auch noch nen Novalgintropf, aber Schmerzen kaum. Um 16:00 Uhr durfte ich dann schon was
trinken. Um 17:00 Uhr kam dann mein Schatz um die Ecke. Sein Chef wusste ja
Bescheid (er war auch total lieb zu mir und hatte montags schon angerufen und
nach mir gefragt, wo er doch sonst son Arsch ist) und hatte ihn eine Stunde
weggeschickt, damit er mich sehen kann. Da war ich glücklicherweise schon in
meinen Joggingklamotten und sinnestechnisch wieder normal. Ich hab mich sooo
gefreut!!! Ist auch alles gut gegangen, ich hatte nur leichte Schmerzen, nicht
mehr als mit dem Zäpfchen vor der Operation. Als Schatz weg war, gab es was zu
Essen und um 19:00 Uhr bekam ich dann meine Unterlagen und wurde entlassen. Ach
ja, ich konnte nicht anders und hatte in meiner Krankenakte lesen können, das
mein TSH Wert aktuell bei 1,11 lag. Wenigstens die Schilddrüse spinnt nicht
mehr, da bin ich echt froh. Die Ärztin, die mich operiert hat, sagte dass alles
gut gegangen ist und dass ich die erste normale Regelblutung abwarten soll und
dann dürfen wir, wenn wir bereit sind, wieder starten. Meine Gyn hatte das auch
gesagt.
Bisher geht es mir auch gut. Nach der OP hatte ich
natürlich Blutungen, aber das hielt sich alles in Grenzen. Seitdem schleime ich
mehr oder weniger vor mich hin, Blutung kann man das nicht nennen. Aber das ist
okay so. Hab mich im Krankenhaus noch mit Einlagen eingedeckt, weil ich zuhause
keine Binden habe. Die Ärtin meinte auch, ich soll mich nicht erschrecken, die
erste Mens nach der Ausschabung kann heftig sein. Als sie das sagte, fiel mir
auch ein, dass es damals auch so war. Bei der „Fehlgeburt“ an sich hatte ich
nur einen Tag Blutungen. Aber die Mens danach war die Hölle, nicht
schmerztechnisch, aber mengenmäßig. Das hatte mich damals noch gewundert. Jetzt
weiß ich ja, dass es normal ist. Also mal sehen, wann die erste Mens
eintrudelt. Damals hatte ich zwei perfekte 28er Zyklen und der dritte Zyklus
war 76 Tage lang. Danach hatte ich so Schiss, dass ich erstmal wieder die Pille
genommen habe. Und seit dem Absetzten im April waren die Zyklen immer
unterschiedlich zwischen 29 und 36 Tagen. Mal sehen…
Und das allerdollste sind ja die Daten.
Als ich damals die Blutung hatte und dann ein paar Tage
später bei meiner Gyn war und erfuhr, dass das, was da war, nicht mehr ist, war
es der 04. März. Und meine Ausschabung letzte Woche war auch der 04. März. Nur
2 Jahre dazwischen. Wie scheiße ist das denn?
Am 04.02. positiv getestet und am 04.03. ist alles
vorbei. Das ist so unfair.
Aber ganz ehrlich? Als ich am 04.02. den positiven Test
in der Hand hielt, dachte ich nur „Heute ist das Datum, an dem ich meinen
Exmann kennen gelernt habe, hoffentlich ist das kein schlechtes Zeichen!“, habe
mich dann aber gefreut, als jede Woche der Test positiver wurde bzw. die
Wochenanzeige anstieg. Da machte ich mir keine Sorgen mehr. Ich hoffe nur, dass
ich nicht wieder im Februar positiv teste. Ich hoffe, dass es schneller geht.
Ich bin zwar nicht die Norm und denke auch nicht, dass ich innerhalb der ersten
3 Monate nach der AS wieder schwanger bin, aber es wäre doch schön, wenn es
dieses Jahr noch klappen würde. Montag muss ich zur Nachsorgeuntersuchung, aber
ich denke, es wird alles in Ordnung sein. Ich hab bisher keine Schmerzen, nur
ab und zu zieht es mal, aber ich denke, das ist der Heilungsprozess.
Trotzdem ist 2015 ein gutes Jahr für mich.
Schatz und mir war ja immer klar, dass wir heiraten…
irgendwann mal. Auch wenn es für mich das dritte Mal wäre. Er hat damit kein
Problem. Ich hatte nur vorerst immer Angst. Aber die hat sich schnell gelegt.
Die ganze Beziehung war anders, als alles was ich vorher erlebt hatte. Und wir
wollten uns Zeit lassen. Wir waren ja eh zusammen. Mit der Schwangerschaft
änderte sich alles. Schatz wollte alles unter Dach und Fach haben, da wir ja
nun eine richtige Familie werden würden. Also dachten wir uns, dass es im Juni
am besten wäre. Nicht zu heiß, der Bauch noch nicht zu groß. Und lieber vorher
als nachher, denn wer weiß, ob man die Hochzeit genießen kann, wenn das Baby
schon auf der Welt ist.
Nach der Diagnose, dass ich ins Krankenhaus muss, sagte
ich nur, dass wir ja nun keinen Stress mehr haben wegen der Hochzeit. Tja und
was soll ich sagen? Schatz meinte, er liebe mich und wolle für immer mit mir
zusammen sein, das mache er nicht davon abhängig, ob wir ein Baby haben werden
oder nicht. Und da im April sein Bruder zu Besuch kommt und er dann auch gleich
die Papiere mitbringt, könnten wir doch direkt dann heiraten, dann hat er auch
jemanden aus seiner Familie dabei. Das ist zwar kurzfristig, aber es ist ja nur
Standesamt. Die große Hochzeit wird irgendwann in Griechenland stattfinden.
Jedenfalls sind wir gerade dabei, alles zu organisieren. Wir haben zwar noch
keinen Termin, weil wir dafür erst die Papiere haben müssen, aber ich bin in
Verhandlung mit der Standesbeamtin, ob wir den Termin nicht schon vorher
bekommen können und dann die Papiere ein paar Tage vorher reinbringen können.
Sein Bruder ist nur eine Woche da und dann ist an dem Wochenende noch Ostern.
Das wird knapp. Aber ich denke, das haut alles hin. Die Standesbeamtin meinte
schon, sie könne uns noch reinquetschen, den Rest wollte sie telefonisch mit
mir bereden.
Die Ringe haben wir gestern bestellt. Wir sind so
glücklich, ich glaube, die AS hat uns noch enger zusammen gebracht. So hab ich
mir das immer gewünscht, in guten und schlechten Tagen, in Gesundheit und
Krankheit, dass man alle Wege gemeinsam geht und man zueinander steht.
Ich wollte eigentlich nie wieder heiraten. Aber es ist
jetzt der Richtige.
Und vielleicht gilt bei mir einfach das Motto „Alle
guten Dinge sind drei…“
Zwei Scheidungen, zwei Fehlgeburten. Beim dritten Mal
geht alles gut!!!
Hier nochmal meine ß-HCG Werte:
6+5 6000
7+1 7600
7+2 9000
7+5 12061
8+0 12000
Dafür dass der Wert sich alle 2-2,5 Tage verdoppeln
sollte, hat meiner lange gebraucht.
Aber vielleicht ist es gut so. Wer weiß, ob und was sich
daraus entwickelt hätte, wenn sich überhaupt was entwickelt hätte.
Wird nur schwer, wenn ich Geburtstag habe, das wäre der Entbindungstermin gewesen.
Ende Mai ist im dem Ort vom Krankenhaus auf dem Nordfriedhof eine kleine Beisetzung. Da werden alle Fehlgeburten unter 500 g in einem kleinen Sarg bestattet. So hat man eine Anlaufstelle zum Trauern und Abschied nehmen. Ich finde, das ist eine schöne Geste.
Wird nur schwer, wenn ich Geburtstag habe, das wäre der Entbindungstermin gewesen.
Ende Mai ist im dem Ort vom Krankenhaus auf dem Nordfriedhof eine kleine Beisetzung. Da werden alle Fehlgeburten unter 500 g in einem kleinen Sarg bestattet. So hat man eine Anlaufstelle zum Trauern und Abschied nehmen. Ich finde, das ist eine schöne Geste.
Wer weiß, vielleicht schnackelt es im Urlaub? Wir werden
im Juli nämlich doch ein paar Tage nach Griechenland fliegen, einfach zum Abschalten.
Danke übrigens für die lieben Worte per SMS, Twitter,
Instagram und Facebook. Das hat mir sehr gut getan. Man merkt, man ist nicht alleine!!!
Liebe Kounavaki, es tut mir wirklich von ganzem Herzen leid!! Aber ich finde Deine prinzipiell positive Einstellung super - und ich bin mir sicher, dass aller guten Dinge drei sind!!! Viele herzliche Grüße und alles Liebe - Kitty ♥
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AntwortenLöschen:( Scheiße.
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